BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland




Neues Umweltbildungsprojekt: Die Streuobstwiese im Wandel der Jahreszeiten

1. Projekttag

Am Dienstag, 28.03.2017, fiel bei sonnigem Frühlingswetter der Startschuss für das „Streuobstwiesenprojekt“, welches der BUND Trier-Saarburg in Zusammenarbeit mit der Johann-Herrmann-Grundschule Trier Euren in diesem Jahr durchführen wird. Gemeinsam mit Michèle Fugmann (BUND) und den Lehrerinnen der Klassen 2a und 2b lernen die Kinder die Streuobstwiese in Trier Euren im Wandel der Jahreszeiten kennen.

Am ersten Projekttag durchliefen die Kinder in Kleingruppen insgesamt vier Stationen, die unterschiedliche Schwerpunkte zum Thema „Streuobstwiese und ihre Bewohner“ setzten. Bei einer Station wurden die Unterschiede zwischen den Obstbäumen herausgearbeitet, Rindenfrottagen gemalt und die Bäume mit unterschiedlichen Sinnen wahrgenommen. Großen Spaß machte den Kindern auch die handwerkliche Station, bei der sie gemeinsam mit der BUND FÖJlerin Anja Hardt fleißig werkeln durften. Das Ergebnis sind drei Nistkästen und zwei Wildbienenhotels, die den Bewohnern der Streuobstwiese bei der Wohnungssuche helfen werden. Bei der Station „Mein Beobachtungsbaum“ durfte sich jedes Kind einen Obstbaum aussuchen, dessen Veränderung im Laufe der Jahreszeiten dokumentiert wird. Dazu wurde auch ein knospender Beobachtungsast abgemalt, der beim nächsten Termin im Sommer sicherlich kaum wiederzuerkennen ist. Und natürlich darf im Frühling ein Thema nicht fehlen: unsere Singvögel! Die Kinder entdeckten auf der Wiese viele unterschiedliche Vögel und Vogelspuren, wie Federn oder Nester. Passend zum Thema wurden Lieder gesungen, die mit der Gitarre begleitet wurden. Das perfekte Frühlingswetter mit Sonnenschein und wolkenfreiem, blauem Himmel rundete den Tag auf der Streuobstwiese ab. Die Grundschüler haben viel gelernt und vor allem einen tollen Tag im Freien verbracht.

Der nächste Projekttag im Sommer wird schon freudig erwartet, sowohl von Seiten des BUND als auch von den Schüler*innen und Lehrerinnen der Johann-Hermann-Grundschule!

2. Projekttag

Nachdem die 40 Schüler der Klasse 2a und 2b der Johann-Hermann-Grundschule bereits einen schönen, ersten Projekttag im März auf der Streuobstwiese erleben durften, stand nun der zweite vor der Tür. Am 29.05. ging es nocheinmal mit allen Schüler, Lehrern und Michèle Fugmann vom BUND auf die Streuobstwiese. 

Ganz aufgeregt waren die Kinder am Morgen bereit und zogen mit Bollerwagen, Sonnenhüten und guter Laune bepackt los. Nachdem auf der Wiese alles hergerichtet war, das hieß Bänke und Tische im Schatten aufstellen und Picknickdecken ausbreiten, wurde der Ablauf der Aktion erklärt.

Wie auch schon beim ersten Mal gab es vier Stationen, denen sich die Schüler nun, in vier kleinen Gruppen aufgeteilt, widmeten. Bei einer Station wurden Blumen gesucht und bestimmt. Hier war kein Rotklee, Weißklee, Hahnenfuß oder eine andere Wiesenblume vor den Kinderaugen sicher und wurde genau inspiziert. Eine andere Station sah es vor mit Blättern, Blüten, Steinen oder Tannenzapfen Formen zu legen und so wunderschöne Bilder zu schaffen. Ganz gespannt waren die Kinder schon auf den Ast, den sie schon einmal am ersten Projekttag abgezeichnet hatten. Nun wurde er abermals abgemalt und nach Veränderungen geschaut. Hier wurden unter anderem folgende Fragen beachtet: „Ist mein Ast gewachsen? Haben sich die Blätter verändert? Wo sind eigentlich die Blüten hin?“. Nun gab es eine weitere Station, bei welcher die Schüler bewiesen, welch scharfe Augen sie hatten, wie geschickt sie waren und wie gut sie zeichnen konnten. Hier wurden Insekten gesucht und in Becherlupen genau batrachtet. Danach wurde ein Steckbrief zu dem jeweiligen Tier ausgefüllt. „Wie sieht mein Tier aus? Wie viele Beine hat mein Insekt? Wie groß ist es? Wo habe ich es gefunden? Was hat es gemacht als ich es beobachtet habe? “ Diesen Fragen stellten sich die kleinen Forscher.

Die etwa dreieinhalb Stunden waren wie im Flug vergangen und nachdem jede Gruppe alle Station gemeistert hatte, ging es an das zusammenpacken. Mit dem Bollerwagen wurde schließlich der Rückweg angetreten. Nun doch etwas erschöpft (vor allem von der starken Sonne) kamen alle Schüler und Lehrer wieder von dem zweiten Projekttag der Streuobstwiese zurück und sind schon voller Tatendrang und sehr gespannt auf den nächsten Projekttag im Herbst.

Impressionen des 2. Projekttags auf der Streuobstwiese







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Bald ein Gewerbegebiet?

Seit Sommer 2011 besteht eine unbefristete vertragliche Vereinbarung über die Nutzung und Pflege der Ausgleichsmaßnahme Streuobstwiese in Euren. Nach dem Flächennutzungsplan 2025 soll diese Ausgleichsfläche in eine gewerbliche Nutzung umgewidmet werden. Mit größter Verwunderung stellen wir in diesem Falle fest, wie hier mit der Naturschutz-Gesetzgebung umgegangen wird. Es ist vielfältig im Land festzustellen, dass ältere im Ausgleich eingerichtete Streuobstwiesen nicht mehr gepflegt werden und vor sich hin vegetieren. Auf dieser Fläche findet eine regelmäßige Pflege statt und auch die Struktur der Fläche erlangt mit dem älter werden der Bäume eine höhere ökologische Wertigkeit. In diesem Stadium soll die Fläche überplant werden, wobei erst mal der Ausgleich und dann noch die Umnutzung zu kompensieren wäre. Außerdem sehen wir die Aufhebung einer Ausgleichfläche als nicht gesetzeskonform an!






Kleine Bilder sind klickbar




Apfel



Sanddorn



Mispel




Pflaumen



Speierling



Quitte

Dass Streuobstwiesen neben dem Gewinn für den Artenschutz auch einen ganz praktischen Nutzwert haben, zeigte sich bei unserer ersten Saftpressaktion im Herbst 2013, als im Rahmen des Trierer Pflanzentauschmarktes an der TuFa Bürger und Vereine ihr Obst in einer mobilen Saftpresse verarbeiten lassen konnten.





Quelle: http://trier-saarburg.bund-rlp.de/themen_projekte/streuobstwiesen/