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Entsiegelungskampagne


"Kann ich da drauf? Ist das eine Hüpfburg?" - ein Fünfjähriger schaut unseren aufgeblasenen Maulwurf Kalle voller Begeisterung an und war schon im Begriff seine Schuhe auszuziehen. Leider taugte Kalle dazu keineswegs, aber unser gut vier Meter hohes Maskottchen für die Entsiegelungskampagne am 10.Mai 1997 auf dem Hauptmarkt in Trier wurde trotzdem betrachtet und bewundert, nicht nur von Kindern. Allerdings stieß der Begriff "Entsiegelung" zunächst bei den meisten auf Unverständnis und nur einigen Interessierten konnten wir trotz Einkaufsrummel oder Besichtigungstour durch Trier an diesem Samstag die Brisanz und Bedeutung dieser Kampagne näher bringen. Dabei spiegelte die Schwierigkeit unseren Kalle mit Heringen auf einem völlig versiegelten Marktplatz zu befestigen (Pflastersteine halfen uns dann letztendlich) genau die Thematik wider. Tatsächlich werden in Deutschland täglich 80 ha fruchtbarer Boden (entspricht etwa 150 Fussballfelder) umfunktioniert und verschwinden teilweise unter Asphalt oder Beton. Entsiegelung bedeutet hier ein Aufbrechen versiegelter Flächen mit durchlässigeren Bodenbelägen, wobei die eigentlichen Funktionen dieser Flächen (Parplatz, Garagenvorplatz, Terrasse usw.) durchaus bestehen bleiben können. Ist so ein Aufwand einer Entsiegelung überhaupt notwendig ? Gründe, eine solche Aktion zu starten, gibt es genug, wenn man sich die Auswirkungen von zu viel versiegelter Fläche anschaut: Regnet es auf eine versiegelte Fläche, fließt das Wasser fast vollständig in die Kanalisation ab. Dieser schnelle und starke Oberflächenabfluß belastet stoßweise die Kläranlagen, was in manchen kommunalen Anlagen zu Problemen bei der Klärleistung führen kann. Große Wassermengen werden dann von den Kläranlagen in die Bäche und Flüsse geleitet. Erosionen an Ufern und Überschwemmungen der Gewässer sind die Folgen, vor allem wenn die Fließgewässer nicht naturnah, sondern baulich (begradigtes oder betoniertes Flussbett) verändert sind. Wird ein Versickern von Oberflächenwasser, d.h. Regen, in den Boden verhindert, kann sich auch Grundwasser nur schwer neu bilden. Der Grundwasserspiegel sinkt dann besonders in trockenen Sommern merkbar, Brunnen können austrocknen. Außerdem stellt ein versiegelter Boden keinen geeigneten Lebensraum für Pflanzen oder Tiere dar, auch für den Menschen nicht. Betonwüsten - mal extrem ausgedrückt sind eben nicht phantasieanregend oder Orte zum Entspannen, zum "die Seele baumeln lassen".



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